Mutriku OWC

Küsten OWCAm 8. Juli 2011 wird in dem baskischen Fischerort Mutriku in Spanien das weltweit erste kommerziell genutzte OWC-Wellenkraftwerk vom baskischen Energieversorger EVE in Betrieb genommen. Es ist gleichzeitig das erste Kraftwerk dieser Art mit mehreren kleinen statt einer großen Wellenkammer und Turbinen. Der Bau des Kraftwerks Mutriku begann im Jahr 2006. Die OWC-Anlage wurde auf einer Seite in einem 100 m Abschnitt der Wellenbrecher-Anlage an der Außenwand gebaut. Insgesamt 16 Kammern und 16 Wells-Turbinen mit Generator produzieren jeweils 18,5 kW in Summe also maximal 296 kW Gesamtleistung. Das versorgt 250 Haushalte in dem knapp 5000 Einwohner zählenden Hafenort. Das Investment von 6,4 Mio. € wurde durch EU-Förderprogramme unterstützt und spart 600 t CO2 per anno. Die Wellenkammern haben eine Trapezform und sind jeweils 3,1 Meter lang, 4,5 Meter breit und 10 Meter hoch und münden in ein Rohr mit 75 cm Durchmesser. Die Wells-Turbinen sind darauf mit vertikal stehender Turbinenachse aufgebaut und in einem 100 Meter langen  Turbinenhaus untergebracht. Die Geräuschbelastung dringt somit nicht nach außen wie beim „Schottischen DrachenLimpet und dem portugiesischen Wellenkraftwerk auf der Azoreninsel Pico. Die Konstruktion in Mutriku spart Kosten indem das Kraftwerk mit in den Wellenbrecher der Hafenanlage integriert wird. voith-gmbh-meilenstein-in-der-geschichte-der-stromerzeugung-erstes-wellenkraftwerk-der-welt-kommerziDer Hafen von Mutriku befindet sich in einer kleinen natürlichen Bucht in der Biskaya zwischen Bilbao und Donostia. Stürme haben im Laufe der Jahre die Kaimauern und Wellenbrecher des Hafens zerstört. Bei starker Atlantikdünung und den dabei entstehenden Grundseen war es regelmäßig gefährlich oder unmöglich den Hafen durch die enge Hafeneinfahrt anzusteuern. Um das Problem zu lösen, untersuchte die baskische Hafen- und Marinebehörde insgesamt 17 Alternativen von der Erweiterung bestehender Wellenbrecher, Wellenbrechern unter Wasser und eben einem Wellenbrecher der auch Energie erzeugt. Das Ergebnis war eine freistehende Hafenmole mit 440 Meter Länge mit einem Molenkopf an jedem Ende mit einem integrierten Wellenkraftwerk nach dem OWC-Verfahren. Über einen mit Granitblöcken gesäumten Pfad ist der Schutzdamm erreichbar. Bedingung zur Integration einer OWC-Wellenenergieanlage war keinerlei Beeinträchtigung der Form und Funktion der Hafenmole. So lässt sich der Hafen von Mutriku nicht von anderen Hafenanlagen unterscheiden.

Die OWC-Wellenkraftwerke an der Küste:

Inhaltsquellen: Presseportal (1), maritimejournal.com (1), power-Technology.com (1)

Bildquellen: obs/Voith GmbH