Islay OWC

Küsten OWCAuf der schottischen Insel Islay wurde im 1991 das erste britische OWC Wellenkraftwerk an die Felsenküste gebaut. Gleichzeitig war es das erste ökonomisch umsetzbare, weil skalierbares  Wellenkraftwerk, welches fortlaufend Energie in ein kommerzielles Stromnetz einspeiste. Mit dieser Wellenenergieanlage LIMPET (Land Installed Marine Power Energy Transmitter) startete auch das erste schottische Wellenenergieunternehmen Wavegen Ltd. in Inverness. Dabei wurde mit dem Ziel Kosten zu sparen die Topographie der zu den Inneren Hebriden gehörenden Insel genutzt, indem ein natürlicher Felsspalt zur Errichtung der Anlage verwendet wurde. Da ein Spalt im Fels aber nur dort entsteht, wo das Gestein eher brüchig und porös ist und das Meer damit in der Lage ist, den Stein zu Sand zu zermahlen, waren umfangreiche Verankerungsmaßnahmen notwendig. Der natürliche Boden musste außerdem geglättet und zusätzlich die vor dem Eingang liegenden Felsbrocken entfernt werden. Die Kostenvorteile wurden damit marginalisiert. Außerdem ist die Lage im Uferbereich verglichen mit der Wellenenergie auf dem Meer durch die bereits niedrige Wassertiefe eher gering, da im Flachwasserbereich der größte Teil der Wellenenergie  bereits verloren geht. Die ausführende Baufirma war auch nicht in der Lage, das Kraftwerk exakt an der geplanten Stelle zu errichten. Dies versuchte man durch die trichterförmige Konzentration der Wellen vor der Wellenkammer in der kleinen Bucht zu lösen. Wavegen LIMPETDies führte wiederum zu einem Abweichen der praktischen Ergebnisse von den theoretischen Vorhersagen und der Vergleichbarkeit mit anderen OWC-Wellenenergieanlagen. Die höchste signifikante Wellenhöhe wurde vor der Uferlinie mit 3,5 Meter bei einer Wellenperiode von 19 Sekunden ermittelt. Die vor dem Kraftwerk gemessene Wellenenergie beträgt im Vergleich zu den Wellenkraftwerken in Japan, China und Indien sind die Bedingungen auf Islay durch die größere Wellenenergieleistung immer noch deutlich günstiger. Wie bei allen OWC`s wird die schwankende Wassersäule zur Komprimierung von Luft in der Wellenkammer verwendet. In diesem Falle wird die Luft in ein Rohr von einem Meter Durchmesser geleitet, welches zu einer doppelten Wells-Turbine führt, die 75 kW leistet. Ziel der Entwicklung auf Islay war es, eine gleichmäßigere Energieerzeugung zu ermöglichen. Durch ein integriertes Schwungrad ist die Turbine in der Lage bei 1.500 Umdrehungen/Minute 2 Megajoule zu speichern, was die Schwankungen der Eingangsenergie ausgleichen sollte. Die Ergebnisse waren jedoch nicht zufriedenstellend, so dass das Schwungrad wieder entfernt wurde. Ergänzend zum Schwungrad wird der elektrische Widerstand des Generatorsystems zur Leistungsglättung benutzt. Die erzeugte Energie wird zunächst zu 4 kV und dann zu 11 kV hochtransformiert  und in das Stromnetz der Insel eingespeist.DCF 1.0 Die größten Schwierigkeiten traten durch eine überdimensionierte Turbine auf, was zu einer nicht sinusförmigen und damit nicht optimalen Schwingung des Luftstroms führte. Die kurze und kräftige Ausströmung aus der Turbine ist nur halb so lange wie die langanhaltende und schwächere Einströmung. Die Effektivität der Umwandlung der Luftströmung liegt damit zwischen 20 und 90 Prozent. Das durch den verdichteten Luftstrom erzeugte Fauchen gab dem hässlichen Betonbau den Spitznamen „Schottischer Drache“. Der Ausgang des Turbinenschachts wurde in späterer in einem separaten Turbinenraum überdacht, das Fauchen gemindert. Die 1990 zur Errichtung von Limpet von Allan Thomson gegründete  Wavegen Ltd. geriet 2005 in Probleme und wurde  vom deutschen Wasserkraft-Turbinenhersteller Voith Siemens Hydro übernommen. Man beklagte einerseits den Ausverkauf der schottischen Technologie, würdigte aber die Sicherung der 15 Arbeitsplätze in Inverness. Die Verfügbarkeit der Anlage konnte im folgenden auf 98 Prozent gesteigert werden. 2006 vermeldete Voith, dass seine Tochtergesellschaft Wavegen mit der RWE-Tochter npower ein Abkommen zur Errichtung eines 3 Megawatt OWC-Wellenkraftwerks als Wellenbrecher für den Hafen der Hebrideninsel Lewis schließen. 2011 stieg npower aus dem Projekt aus, 2012 legte auch Voith Hydro Wavegen Ltd. die Pläne für Lewis auf Eis.  2013 wurde Wavegen in Inverness durch Voith endgültig geschlossen und die Kompetenzen für Wellenenergie ins schwäbische Heidenheim an den Konzernsitz von Voith verlegt.

Die OWC-Wellenkraftwerke an der Küste:

Quellen: BBC News (1, 2), Renews, Presseportal, Wikipedia (1, 2, 3), K.-U. Graw: Wellenenergie – eine hydrodynamische Analyse
Bildquellen: EarthFuture.com und en.Wikipedia.org/Claire Pegrum jeweils mit CC BY-SA 2.0 Lizenz und 3sat