Wellenenergie

Das Rauschen des Meeres: Mal wirkt es beruhigend, mal berauschend, mal empfinden wir es romantisch und manchmal beängstigend. Tatsächlich ist das wahrgenommene Rauschen des Meeres die zu Schall umgewandelte Wellenenergie. Diese Energie verschiebt Sandbänke, zermahlt Steine zu Sand, verändert Küstenlinien und lässt Schiffe sinken. Wellenkraftwerke nutzen die Energie der Meereswellen zur Erzeugung von Strom.

Im Vergleich zur Solar- und Windenergie weisen vom Wind erzeugte Meereswellen eine deutlich höhere Energiekonzentration auf. Einmal auf offener See entstanden, können Wellen tausende Kilometer zurücklegen ohne spürbare Anteile der Energie zu verlieren. Damit können Wellenkraftwerke auch dann Strom liefern, wenn vor Ort gar kein Wind weht. Wellenenergie kann damit den Energiemix eines Landes ergänzen, wenn andere erneuerbare Energieträger (Sonne & Wind) gerade nicht zur Verfügung stehen. Wie diese erneuerbaren Energieträger ist auch Wellenenergie global ungleichmäßig verteilt. In den mittleren Breiten von (30° – 60°) beider Erdhälften sind optimale Bedingungen für Wellenenergieanlagen anzutreffen. Das jährliche Mittel des theoretisch nutzbaren Potentials der Energie der Meereswellen liegt groben Schätzungen zufolge zwischen einem und zehn Terawatt weltweit. Doch nur ein Bruchteil des Wellenenergiepotentials kommt tatsächlich an der Küste an. In Küstennähe nimmt die Energieintensität deutlich aufgrund der Wirkung des Meeresbodens auf die Welle ab. Daher ist die Nutzung der Wellenenergie an relativ flachen Meeren wie Nordsee und Ostsee mit seinen kurzen und niedrigen Wellen eher nicht sinnvoll und wurde auch in Deutschland früh verworfen. Doch an Meeren mit steil abfallenden Küsten wie den Westküsten Nord- und Südamerikas, Japans, Schottlands, Portugals, Indiens, Norwegens, Australiens und vor allem auf Inseln ist das nutzbare Potential der Wellenenergie groß. Und so befinden sich auch die Wellenenergieprojekte in diesen Regionen.